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Familienbetrieb im hessischen Bergland produziert
Zulieferteile für die Automobilindustrie in der ganzen Welt.
Der
moderne Werkzeug- und Formenbau wird durch hohe Ansprüche an
Flexibilität und Produktivität geprägt. Die Firma
Werkzeugbau Weidemann in Oberaula begegnet diesen Herausforderungen
durch eine leistungsfähige und erschwingliche 3D CAD/CAM Lösung
von SolidWorks und EdgeCAM. Das Zusammenspiel der Systeme hilft
bei der Automatisierung und bietet gewaltige Fortschritte bei Genauigkeit,
Qualität und Produktivität.
Von der
Garage in die weite Welt
Auch die Geschichte des Unternehmens ist von Flexibilität bestimmt.
Ende der 80er Jahre gründete Werkzeugmachermeister Werner Weidemann
in der heimischen Garage das Unternehmen und begann auf gebraucht
erworbenen Fräsmaschinen mit der Produktion von Schaltern für
Elektropumpen den Einstieg in den Markt. Im Alleinbetrieb fertigte
er zunächst Klein- und Kleinstserien – manchmal sogar
Einzelstücke – für lokale Kunden. Nach und nach
wurde das Angebot des Unternehmens ergänzt, im Jahre 1991 durch
die Sparte Werkzeugbau, weniger später kam der Formenbau hinzu.
Um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden und gegenüber
der Konkurrenz bestehen zu können, entschloss sich der Jungunternehmer
im Jahre 1996 für den Umzug in wesentlich grössere und
funktionsgerechtere Produktionsstätten.
Mehrere CNC-Bearbeitungszentren wurden angeschafft,
neue Mitarbeiter eingestellt. Heute zeichnet sich das Unternehmen
durch einen umfangreichen Maschinenpark auf dem neuesten Stand der
Technik aus. Mehr als eine Million Euro wurden investiert, und moderne,
automatisierte Produktionsanlagen erlauben eine effiziente Fertigung
unterschiedlichster Losgrössen von der Einzelfertigung, über
Kleinserien bis hin zu Grosserien mit Stückzahlen über
1.000.000 Stück. Zusammen mit Ehefrau Liane (für den reibungslosen
Ablauf im Büro zuständig) und den Söhnen Timm und
Sascha, sowie weiteren 10 Mitarbeitern beliefert das Unternehmen
hauptsächlich Kunden in der Automobil- und Elektroindustrie.
Die Angebotspalette reicht vom Werkzeug- und Formenbau über
Kunstoffspritz- und Stanzteile und den Sondermaschinenbau (komplette
Fertigungsanlagen) bis hin zum Prototypenbau für die Automobilindustrie.
Mit Investitionen in modernste Technologien
für die Entwicklung und Fertigung sichert sich das Unternehmen
ein ständiges Wachstum und Wettbewerbsvorteile. So ist das
Unternehmen in der Lage, hochwertige Teile für die Elektro-
und Automobilindustrie zu bearbeiten.
Ein
Arbeitsbereich, auf den man im Hause Weidemann besonders stolz ist,
ist die Automobilindustrie. Auch hier zeigt sich die Entwicklung
des Unternehmens von einem traditionellen Handwerksbetrieb auf lokaler
Ebene zu einem modernen Unternehmen mit globaler Ausrichtung. Seit
einiger Zeit zählt das Unternehmen den Volkswagenkonzern zu
seinen Kunden, und zwar für ein Produkt, das jedem Autoliebhaber
das Herz höher schlagen lässt. Unter Einsatz der EdgeCAM
Software erstellt man bei Weidemann die Türgriffe für
die Traditionsmarke Bugatti, und zwar für den Bugatti Veyron
16.4.
Der Griff wurde dabei in 4-Achsenbearbeitung
mit einer Kombination aus Flächenbearbeitungsstrategien und
Indexierungsbewegungen bearbeitet, eine Bearbeitung, die auf diese
Weise mit dem alten CAM-System nicht möglich gewesen wäre.
Die Nullpunktverschiebung in EdgeCAM erlaubt die Bearbeitung des
kompletten Teils im Rahmen einer einzigen Operation.
In EdgeCAM wird das Solid-Modell mit soliden
Spannelementen dabei auf dem Bildschirm graphisch dargestellt, und
der gesamten Arbeitsprozess vollständig und dynamisch visualisiert.
Durch Kombination der Zyklen zur parallel zeilenweisen und Profilbearbeitung
wird das Teil - in einer Maschineneinrichtung - aus verschiedenen
Winkeln mit Flächenstrategien abgearbeitet. Wenn man so will,
erfolgt hier eine erweiterte Flächenbearbeitung mit Techniken
der Produktionsbearbeitung. Ein einfacher Weg zu einem edlen Produkt.
Brennpunkt
Wettbewerb
Um im internationalen Wettbewerb erfolgreich zu sein, ist im Unternehmen
Innovation, schnelle Reaktion und eine moderne Fertigung gefordert,
aber auch Flexibilität und Kreativität. Extrem kurze Lieferzeiten
- oft weniger als zwei Tage im Prototypenbau – , hohe Qualitätsansprüche
der Kunden und Sonderanfertigungen spielen eine entscheidende Rolle.
Oftmals hat der Kunde beim ersten Kontakt keine konkreten Vorstellungen,
wie sein Produkt hergestellt werden soll. Hier ist das Weidemann-Team
gefragt, den Kunden zu beraten und Fertigungsmöglichkeiten
und Firmenspektrum vorzustellen.
Wie
in anderen Industriebranchen auch, ist der Werkzeugbau sehr dynamisch
geworden. In einem Umfeld, das permanent Neuerungen und Verbesserungen
erwartet, kann sich ein Unternehmen nicht allein auf seine Maschinen
und Mitarbeiter verlassen, ohne unterstützende Software ist
eine moderne Fertigung nicht denkbar. Bereits seit Ende der 90er
Jahre arbeitet man bei Weidemann mit CAD und CAM-Systemen. Dabei
ist vor allem der nahtlose Übergang zwischen Konstruktion und
Fertigung von Bedeutung. Nach anfänglichem Arbeiten mit Software
der Firma Surfcam entschied sich das Unternehmen im Jahre 2003 für
den Umstieg auf ein neues CAM-System. Dabei waren ein direktes Einlesen
von Solids aus dem im Hause verwendeten CAD-System, SolidWorks,
sowie sichere 3D Frästrategien ausschlaggebend. Nach eingehenden
Überlegungen entschied man sich für EdgeCAM, entwickelt
von Pathtrace in Reading, Grossbritannien. “Die nahtlose Verbindung
zwischen SolidWorks und EdgeCAM überzeugte. Datenkompatibilität
und Assoziativität erlauben ein direktes und problemloses Einlesen
der CAD-Dateien in EdgeCAM; das wäre mit dem alten CAM-System
nicht möglich gewesen”, sagt Timm Weidemann, Administrator
CAE Technologies, der Ansprechpartner für CAD/CAM im Familienbetrieb.
Desweiteren überzeugte EdgeCAM durch gute Open GL Simulation
und die Möglichkeit, Postprozessoren schnell und einfach anpassen
zu können.
Aller Anfang
ist schwer
Nach der Entscheidung für das System erfolgte der Umstieg auf
die neue Software umgehend, unterstützt vom Pathtrace Vertriebspartner
Camtech in Remscheid. “Nachdem man sich einige Jahre an ein
System gewöhnt hat, ist die Umstellung auf ein neues System
zunächst nicht so einfach”, erläutert Timm Weidemann.
“Da haben wir mit Camtech gute Erfahrungen gemacht.”
“EdgeCAM ist da doch schon etwas komplizierter,
weil das System einfach näher an den NC Code herangeht. Das
kann auch gar nicht anders sein, man kann das eine nicht ohne das
andere haben. Wenn ich mehr direkte Kontrolle über den NC Code
verlange, muss ich es auch in Kauf nehmen, dass das System anfangs
ein gewisses Einlernen verlangt”. Nach kurzer Einarbeitung
erfolgt die Programmierung mit EdgeCAM nun ohne Probleme, und auch
wesentlich schneller. Selbst Postprozessoren werden - nach anfänglicher
Hilfestellung von Camtech (“Wenn man das System zum ersten
Mal benutzt, muss man sich das ja nicht gleich antun”) –
nun hausintern schnell und problemlos über Schablonen angepasst.
Produktivitätsgewinn
durch CAD-CAM-Kette
Die EdgeCAM Software kommt bei Weidemann zum Fräsen auf drei
Heidenhain (TNC 355/407 und 426) und zwei HAAS Maschinen zum Einsatz.
Vor allem bemerkte man hier Verbesserungen bei der 3D Bearbeitung.
So wurde das Schruppen erheblich verbessert und kürzere Programmierzeiten
durch effiziente Restmaterialzerspanung erzielt. Weitere Produktivitätssteigerungen
bieten sich durch Trochoidalfräsen und adaptive Vorschubkontrolle.
Durch Solidfräsen entfällt zeitaufwendiges Aufbereiten
des Flächenmodells und auch komplizierte 2D Geometrien können
über Solids gefräst werden. Beim Arbeiten mit EdgeCAM
Solid Machinist bietet die Assoziativität zwischen der EdgeCAM
Werkzeugbahn und dem SolidWorks Designmodell erhebliche Vorteile,
so haben auch späte Konstruktionsänderungen keinen negativen
Einfluss auf die Produktionszeit, Entwicklungszyklen werden deutlicher
kürzer.
Auch
die Mehrseitenprogrammierung am PC wurde durch das neue CAM-System
erheblich erleichtert, wobei es Timm Weidemann wichtig ist “dass
man sehr nah am späteren NC Code programmiert und in der Simulation
den Rundtisch mitsimulieren kann”. Bei der Bearbeitung mehrseitiger
Teile, oder mehrerer Teile auf Aufspannpaletten ist eine entsprechende
Ausrichtung von EdgeCAM möglich. Sowohl prismatische als auch
Flächenbearbeitungszyklen können so optimal genutzt werden.
Das EdgeCAM Simulationsprogramm (auch kurz
„der Simulator“ genannt) bietet eine dynamischen Simulation
und Verifikation der Werkzeugbahnen auf dem Modell, wobei Werkzeug,
Spann- und Maschinenelemente mit eingezogen werden. Es bietet sich
so ein äusserst realistisches Bild des Bearbeitungsvorgangs
und bei Weidemann schätzt man die Sicherheit “dass man
bereits am Computer sieht, dass alles klappt”.
Ein typisches Teil, bei dem sich die neue Software bewiesen hat,
ist dieses 4-Achsen-Frästeil aus Aluminium. Hier wurde das
Teil mit EdgeCAM entsprechend ausgerichtet, programmiert, überprüft
und an der Maschine gefräst...und die Masse stimmen.
Ausblick
Der nächste Ausbau gilt der Maschinenauslastung, eine Steigerung
um ca. 20-40% in den nächsten Jahren. Auch in diesem Bereich
fühlt sich das Unternehmen durch EdgeCAM gut unterstützt.
“Eine solche Zielsetzung stellt in unserem sehr weitläufigen
Produktfeld eine grosse Herausforderung dar”, resümiert
Werner Weidemann. “Wir sind uns sicher, mit EdgeCAM das richtige
CAM-System an unserer Seite zu haben. Wir hoffen, dass Pathtrace
seinen Weg der innovativen und intelligenten Fertigungslösung
weiter geht und dabei weiterhin Wert auf Schnelligkeit und Stabilität
legt”.
Auch
Timm Weidemann sieht weitere Ausbaumöglichkeiten im Bezug auf
die Nutzung der CAM-Software. Beim Umstieg auf die neue CAM-Software
erwarb man auch den EdgeCAM Strategy Manager, ein Zusatzmodul im
EdgeCAM Paket. Der Strategy Manager bietet eine graphische Methode
zur Erzeugung flexibler Strategien für die automatische Bearbeitung
von Volumenmodellen, bei der einmal entwickelte, auf firmenspezifische
Anforderungen zugeschnittene Strategien bei der Bearbeitung weiterer
Teile in EdgeCAM erneut eingesetzt werden können, um den Programmierungsprozess
zu automatisieren. Den Kern des EdgeCAM Strategy Manager bietet
ein einfaches Flussdiagramms, in dem die Bearbeitungsstrategien
erfasst und die „Regeln“ für spätere Bearbeitungen
festgelegt werden. Durch das Anlegen einer solchen Strategie-Bibliothek
wird das spezifische Know-How des Unternehmens im System abgebildet
und zur zeitoptimierten Bearbeitung sich wiederholender oder ähnlicher
Abläufe intelligent eingesetzt.
Aufgrund des breiten Fertigungsspektrums
bei Weidemann ist eine solche Unterteilung der Arbeitsgänge
in wiederkehrende Abläufe jedoch nicht ohne eine gewisse Herausforderung
und daher kommt der Strategy Manager im Unternehmen derzeit nur
vereinzelt zum Einsatz. Das Konzept stellt laut Timm Weidemann jedoch
die Zukunft der CAM-Fertigung dar und illustriert, “dass man
auch bei Pathtrace strategisch denkt”. So wird es wohl in
der Zukunft zum Zweck der Produktionsoptimierung bei Weidemann sicher
Anwendung finden, ohne dass die charakteristische Flexibilität
des Unternehmens dabei verloren geht.
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